Ein Schloss, das wandert

und ein Gitter, das den Teufel abhält

Am vierten Tag unserer Reise ging es weiter Richtung Osten: in Schwerin residiert das demokratische Parlament des Landes Mecklenburg-Vorpommern in einem alten Schloss, das die Großherzöge fluchtartig 1918 verlassen haben. Auch das Schloss „wandert“: seit seiner Einweihung im Jahre 1857 hat es sich schon einen halben Meter vom Fleck bewegt. 

Der Schweriner Dom St. Marien und St. Johannis ist eine Bischofskirche der Evangelisch-Lutherischen Kirche und gehört zu den Hauptwerken der Backsteingotik. Mit der Marienkirche in Lübeck und der Nikolaikirche in Stralsund gehört er zu den frühesten Bauten dieser Architektur. Den Bau anderer Kirchen beeinflusste er durch die originelle Gestaltung des Umgangschores. Er ist die einzige echte Kathedrale in Mecklenburg-Vorpommern und das einzig verbliebene mittelalterliche Gebäude Schwerins.

Das 29,5m hohe Kirchenschiff wird geprägt von einem Triumphkreuz aus dem Jahre 1420, das nach der Sprengung der Wismarer St.Georg-Kirche von dort nach Schwerin kam. Das Gold und grün der Blätter des Kreuzes weisen hin auf die Auferstehung Jesu Christi und ein neues Leben. unter dem Kreuz ist der Loste Altar von 1495, benannt nach dem Bischof Loste, ein wahres „Bilderbuch des Glaubens“.

Ein Mittagsgebet über den Psalmvers „Lobet den Herrn meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat“ schenkte uns eine Zeit der Besinnung.

Von der Stadt des Adels ging es in die Stadt der Hanse nach Wismar. Hier bestimmten die Kaufleute und Bürger das Leben. 

Die Nikolaikirche in Wismar wurde als dreischiffige Basilika von 1381 bis 1487 als Kirche der Seefahrer und Fischer erbaut. Das Kirchenschiff gehört mit 37 Meter zu den höchsten Deutschlands.

Die Kirche – heute leider im Inneren eingerüstet – hat viele Kunstwerke und Ausstattungsgegenstände der anderen Wismarer Kirchen aufgenommen, die im Krieg oder durch das DDR-Regime zerstört wurden.

Zum Beispiel:Das Hochaltar-Retabel aus St.Georg, ein spätmittelalterlicher Flügelaltar (1430) mit 40 Heiligenfiguren;

Der Thomas-Altar(um 1500) aus dem Dominikaner-Kloster, der gleich drei Heilige mit Namen Thomas zeigt: den Apostel, Thomas von Acquin und Thomas Becket;

Das bronzene Taufbecken von 1335 aus der Marienkirche, das von einem Gitter umgeben ist, das den Teufel abhalten soll.

Das Bier, das in der Stadt wieder gebraut wird, heißt „Mumme“ und war in der Hansezeit ein Exportschlager. Es wurde bis nach Indonesien transportiert.

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